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TU-Berlin – FG A13 – Prof. Mechthild Stuhlmacher, Ilana Ginton

Das barocke Hofgestüt Bleesern im zur Lutherstadt Wittenberg gehörenden Ortsteil Seegrehna zählt zu den ältesten archivalisch belegten Orten der Pferdezucht Europas und ist seit 1444 urkundlich dokumentiert. Als ältestes „zahmes Gestüt“ Europas besitzt die Anlage einen hohen kulturhistorischen Wert. Die Stallgebäude sowie die ehemaligen Personalwohnungen sind bis heute in ihren ursprünglichen Strukturen weitgehend erhalten und prägen den besonderen Charakter des Ensembles.

Im Rahmen des Entwurfsprojekts beschäftigen wir uns mit dem Umbau eines Teils dieser historischen Anlage. Ziel ist es, einen multifunktionalen Ort für Veranstaltungen und kulturelle Nutzung zu schaffen, der gleichzeitig die Geschichte des Hofgestüts sichtbar und erlebbar macht. Der Entwurf versteht den Bestand nicht als statisches Denkmal, sondern als lebendigen Ort, dessen historische Identität in eine zeitgemäße Nutzung weitergeführt wird.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem sensiblen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz. Charakteristische Elemente wie barocke und spätere Fensteröffnungen, Fassadenstrukturen sowie bestehende Raumabfolgen bleiben erhalten und werden behutsam in das neue Nutzungskonzept integriert. Dadurch entsteht eine architektonische Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Im Erdgeschoss entsteht ein flexibel nutzbarer Veranstaltungsraum, der unterschiedliche kulturelle Formate ermöglicht. Ergänzt wird dieser durch einen umlaufenden Steg im Obergeschoss, der als Ausstellungs- und Informationsfläche dient und Blickbeziehungen sowohl in den Saal als auch in den Innenhof schafft. Informative Elemente erzählen die Geschichte des Hofgestüts und machen das historische Erbe für Besucher erfahrbar.

Der Entwurf verbindet Denkmalpflege, Nachhaltigkeit und zeitgenössische Architektur. Durch die Weiternutzung des Bestands werden Ressourcen geschont und die historische Substanz bewahrt. So entsteht ein offener und zukunftsfähiger Ort, der Geschichte bewahrt und gleichzeitig neue Nutzungen ermöglicht.