TEMPEL & HOF

INFOBOX NEUE MITTE TEMPELHOF

TU-Berlin – FG NBL – Prof. Eike Roswag-Klinge, FG CODE – Prof. Ralf Pasel

Das Areal rund um das Rathaus Tempelhof in Berlin besitzt ein großes städtebauliches Potenzial. Zwischen Park- und Grünflächen, Kultur- und Sporteinrichtungen sowie neuen Wohnungsbauflächen bietet sich die Möglichkeit, eine neue urbane Mitte für Tempelhof zu entwickeln. Gleichzeitig wirft die zukünftige Gestaltung des Quartiers grundlegende Fragen zum Umgang mit dem Bestand auf: Ist der Abriss mancher bestehender Gebäude tatsächlich notwendig, oder kann durch das Weiterbauen im Bestand eine nachhaltige und identitätsstiftende Architektur entstehen?

Im Rahmen des Bachelorprojekts wurde eine temporäre Infobox für das Gebiet entworfen. Der Bau versteht sich als flexibel nutzbare Struktur, die sich dem zukünftigen Wandel des Ortes anpassen kann. Das Gebäude ist demontierbar, transportierbar und an anderen Standorten wieder aufbaubar. Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur über Materialität, sondern auch über die Wiederverwendbarkeit der Architektur definiert.

Der Entwurf befindet sich auf einem bestehenden Parkplatz neben dem Rathaus Tempelhof. Ziel war es, die versiegelte Fläche in einen offenen Hofraum zu transformieren, der als sozialer und öffentlicher Begegnungsort funktioniert. Im Zentrum dieses Hofes steht der „Tempel“ – ein pavillonartiger Baukörper, der als Infobox und multifunktionaler Raum dient. Der Tempel kann sowohl im Sommer als auch im Winter genutzt werden und integriert sich fließend in die Außenanlage.

Ein umlaufender Gang dient gleichzeitig als Ausstellungsfläche, Bühne und Erschließungsebene. Schiebewände ermöglichen es, den Innenraum flexibel nach außen zu öffnen und eine direkte Verbindung zwischen Tempel und Hof herzustellen.
Ein begrüntes Dach sowie zusätzliche Bepflanzung und Baumpflanzungen im Hof ergänzen den Entwurf und verbinden die beidseitigen Grünflächen des Tempelhofer Damms gestalterisch miteinander

Der Entwurf versteht Architektur als offenen Prozess: flexibel, nachhaltig und anpassungsfähig, ohne dabei den städtebaulichen und sozialen Kontext des Ortes zu verlieren.