KOLLEKTIVES WOHNEN
TU-Berlin – FB GTE – Prof. Claus Steffan
Das leerstehende Lagergebäude soll im Rahmen des Entwurfs zu einem zeitgemäßen Wohnraum umgebaut werden. Dabei steht der sensible Umgang mit dem denkmalgeschützten Bestand im Mittelpunkt. Insbesondere die charakteristische rote Ziegelfassade sowie die bestehenden Fensteröffnungen bleiben als identitätsstiftende Elemente erhalten und prägen weiterhin das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes.
Ziel des Entwurfs ist es, den historischen Bestand nachhaltig zu sanieren und durch gezielte Weiterbauten an die heutigen Anforderungen des Wohnens anzupassen. Durch die Umnutzung des bestehenden Gebäudes werden Ressourcen geschont und graue Energie erhalten. Der Entwurf verfolgt damit einen nachhaltigen Ansatz, der den Bestand nicht ersetzt, sondern dessen Qualitäten weiterdenkt und ergänzt.
Im Fokus steht die Schaffung eines behaglichen und qualitätsvollen Lebensraums, der sowohl individuellen Rückzug als auch gemeinschaftliches Zusammenleben ermöglicht. Architektur wird hierbei als sozialer Raum verstanden, der Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung fördert. Die Frage, wie Menschen zukünftig gemeinsam leben können, bildet die Grundlage des Entwurfs.
Die Belichtung des tiefen Bestandsgebäudes wird durch den Einschnitt eines zentralen Lichthofs sowie durch die partielle Entfernung einzelner Geschossdecken deutlich verbessert. Dadurch entstehen offene Raumbeziehungen, eine bessere natürliche Belichtung und eine höhere Aufenthaltsqualität. Die Erschließung wird in die Gebäudemitte verlegt und schafft eine klare und einladende Eingangssituation.
Durch die Aufstockung um ein zurückgesetztes Teilgeschoss bleibt die historische Fassadenwirkung erhalten, während gleichzeitig zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird. Die Kubatur der Neubauten orientiert sich am historischen Bestand und greift dessen symmetrische Ordnung auf. Ein verbindender Baukörper nimmt die Nutzung der ehemaligen Treppenhäuser wieder auf und verbindet die einzelnen Gebäudeteile miteinander.
Der Schwerpunkt des Entwurfs liegt auf dem Konzept „Wohnung in der Wohnung“. Unterschiedliche Haushaltsformen können flexibel zusammenleben, ohne auf Privatsphäre verzichten zu müssen. So entsteht ein nachhaltiges Wohnmodell, das soziale Interaktion stärkt und gleichzeitig individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.


















